Berlin, ick liebe Dir…

Oft hasten wir einfach blind durch die Strassen – Tag ein, Tag aus. Kennen unsere Wege schon auswendig. Wie mit Scheuklappen, den Blick stur nach vorne gerichtet. Bekommen von unserer Umwelt nur das Nötigste mit, damit wir im Fall des Falles nicht vom Fahrrad/Auto überfahren werden. Wenn jemand an uns vorbei läuft, würden wir kurz danach denjenigen nicht beschreiben können…war das überhaupt eine Frau, oder doch ein Mann im schwarzen Mantel, oder doch blauer Jacke?

Neulich auf dem Weg zum Zahnarzt und zurück habe ich eher aus Versehen auch mal nach links und rechts geschaut…man entdeckt plötzlich Neues, obwohl es schon immer da war…

Zahn um Zahn…

Der Weißheitszahn ist seit Donnerstag raus. Der Blutpforpfen, der die Wunde verschließen und zum besseren Abheilen beitragen sollte,  hat sich nach ca. 1,5 Tage später unbemerkt verabschiedet und hinterläßt ein tiefschwarzes Loch im Mund und Kiefer.

Wie ich es nach dem Essen reinigen soll, das weiß ich noch seit der letzte OP (obwohl es damals etwas enfacher war, da die beiden Wunden am Anfang vernäht wurden). Aber ohne Schmerzmittel komme ich auch am 4. Tag danach nicht aus. Und zwar alle 6-8 Stunden. Und bei aller Liebe zu Ibuprofen – auf lange Sicht ist das nix😦

D.h. also: morgen früh erstmal auf Arbeit fahren und dann die Zahnärztin anrufen und meinen Besuch ankündigen. War so nicht eingeplant, muss aber wohl sein. Sie soll nochmal nen Blick drüber werfen und mir dann sagen, wie wir weiter verfahren. Manchmal hilft ein beruhigendes Wort auch einfach auf der psychischen Ebene. Na mal schauen…

Urlaub Zuhause

Wir sollten aufhören solche Urlaube Zuhause zu machen. Das ist im Endeffekt kein richtiger Urlaub. Vor einigen Jahren haben wir das mal gemacht und eigentlich nur aus Mangel an Ideen, wohin wir denn verreisen könnten. Da wir uns nicht einigen konnten blieben wir damals Zuhause … und zerstritten uns fürchterlich.

Diesmal war das ein wenig durch meinen Weißheitszahn erzwungen. Da der Zahn erst am Donnerstag gezogen wurde, hätten wir davor eigentlich auch wegfahren können. Hätte ja nicht weit sein müssen. Aber da davor die Messe war, und ich danach krank wurde, haben wir uns um eine Reise nicht mehr gekümmert. Leider haben wir es auch nicht geschafft bis Donnerstag schön essen zu gehen – jetzt fällt es erstmal flach, zumindest bis die Zahnlücke sich ordentlich verschlossen hat. Kann also ein wenig dauern. Momentan muckt es aber etwas mehr als es mir lieb ist.

Leider ist die Zahngeschichte für dieses Jahr noch nicht komplett ausgestanden – beim Röntgen hat die Ärztin einen Kariesanfang unter einer Füllung bei einem der Nachbarszähne entdeckt und beim Raushebeln des Weißheitszahnes ist ein Teil der Füllung des direkten Nachbarszahner abgebrochen. So habe ich noch kurz vor Weihnachten einen Folgetermin mit Bohren, Füllen, Zementieren und Modelieren.

Ach ja, Montag ist wieder Arbeit. Das letzte Quartal des Jahres mutet diesmal irgendwie seltsam an…Kann also nur besser werden, paar Tage bis zum Jahresende sind ja noch da.

Vorübergehende Conclusio

Die Krankschreibung zu Ende. Der grippale Infekt, der zu einer Bronchitis mutierte, noch nicht ganz. Das Antibiotikum musste ich am Ende doch noch nehmen – ohne schaffte es mein Immunsystem einfach nicht dagegen zu argumentieren. Morgen geht’s also wieder ins Büro.

Den Termin für die Autoabholung musste ich verlegen, aber am Freitag sind wir dann doch zum Autohaus gefahren. Und zurück mit dem Auto. Durch die halbe Stadt. Mir nicht bekannte Strecke (und ich saß seit der Prüfung Anfang September nicht mehr aktiv am Steuer)…und dann auch noch durch den Tunnel…und die Blinker, die auf einmal in beide Richtungen geblinkt haben; und die irritierten Fahrer anderer Autos, und das Gehupe…und dann schalteten sich auch noch die Scheibenwischer ein…achja, mehrmaliges Abwürgen des Motors war auch noch drin (ist ja ein Benziner, da wurde ich vom Fahrlehrer schon vorgewarnt….trotzdem)…und der Rückgang, der partout nicht wollte (also habe ich am Ende vorwärts eingeparkt, war mir dann auch egal). Immerhin in unsere Strasse geschafft und eine Parklücke gefunden. Danach hatte ich noch bis abends weiche Knie und Puls bei 100.

Es kann also einfach nur besser werden. Und zwar alles.

Zeit zum Nachdenken

Ich bin wieder zurück aus dem Ausland. Zurück von der Messe. Endlich Zuhause.

Das ist jetzt schon paar Tage her, aber die seit einem Monat nicht auskurierte Erkältung (laut unserem Chef sind wir ja nie krank) hat sich durch den Vorbereitungsstress und die Anspannung auf der Messe in einen ausgewachsenen grippallen Infekt verwandelt, der mich dann sofort niedergestreckt hat. Bin also für einige Tage krankgeschrieben und habe Zeit zum Nachdenken…

Zum einen war diese Messe die beste für mich, weil ich endlich bis zum gewissen Grad meine Scheu vor Live-Übersetzung überwunden habe und zur allgemeinen Völkerverständigung beigetragen habe. Möge die Business-Macht mit uns sein!

Zum anderen war es gefühlt die schlechteste Messe, was unseren internen Zusammenhalt und Verständigung/Verständnis anbetrifft. Das bringt einen dann doch auf „Bäumchen-wechsel Dich“ – Gedanken, die nun intensiver als sonst im Kopf rumkreisen. Ausgegoren ist noch gar nichts, aber die Dringlichkeit ist seit diesen Tagen gewachsen…

Es steht also wieder mal eine Zeit der Veränderungen vor mir. Möge sie mir leicht von der Hand gehen und Zufall und Glück meine Freunde sein!